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Als Manager für Online-Marketing beim BVB - Stadionwelt ist ein Fitnessökonom tätig


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    Seit seinem vierten Lebensjahr ist Hendrik Schnieders bekennender Fan vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Dass er dort einmal beruflich tätig sein wird, konnte er sich damals wohl noch nicht ausmalen. Nach erfolgreichem Abschluss seines Bachelor-Studiums an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) entdeckte er seine Leidenschaft für das Thema Marketing. Heute ist der Fitnessökonom beim achtmaligen deutschen Meister als Online-Marketing-Manager aktiv.

    Hendrik Schnieders, bekennender Fan von Borussia Dortmund seit der Kindheit, ist inzwischen selbst beim BVB tätig.

    Hendrik Schnieders, bekennender Fan von Borussia Dortmund seit der Kindheit, ist inzwischen selbst beim BVB tätig. Bild: Hendrik Schnieders

    Die Leidenschaft zum Beruf machen

    Wie viele Abiturienten stellte sich auch Hendrik Schnieders die Frage, wie es nach dem Abitur weitergehen sollte. „Es war mir nicht ganz klar, in welche Richtung ich beruflich gehen möchte. Ich wusste nur, dass ich sportbegeistert bin und wollte daher auch in diesem Bereich ein Studium beginnen.“

    Bei der Planung seines beruflichen Werdegangs richtete er sich an die Studienberatung der Agentur für Arbeit, die sich, wie sich im Nachhinein rausstellte, für den gebürtigen Oldenburger als echter Glücksfall erwies. „Ich muss leider gestehen, dass mein Abitur nicht unbedingt berauschend war, weshalb ich mich eigentlich von dem Wunsch, Sport zu studieren, frühzeitig verabschiedete – bis mich ein Brief von der Arbeitsagentur erreichte und mir das duale Bachelor-Studium der DHfPG vorgestellt wurde.“

    Der Oldenburger informierte sich über den Bachelor of Arts Fitnessökonomie, bei dem keine bestimmte Durchschnittsnote als Zulassungsvoraussetzung verlangt wird und war vom Studiensystem direkt begeistert. „Ich fand die Kombination aus Fernstudium, Präsenzphasen und betrieblicher Ausbildung extrem spannend. Zumal ich bereits in der Schulzeit gemerkt habe, dass ich Dinge besser verinnerliche, wenn ich sie auch direkt anwenden kann.“ Da es sich beim Bachelor-Studium der DHfPG um ein duales Studium handelt, begab sich Hendrik Schnieders auf die Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb.

    Duales Bachelor-Studium bei Eisenhauer Training in Oldenburg

    Der damals 19-Jährige schrieb zahlreiche Bewerbungen und wurde schließlich in seiner Heimat Oldenburg fündig. „Mein damaliger Ausbildungsbetrieb war eigentlich auf der Suche nach einem Auszubildenden. Sie kannten das Studium der DHfPG nicht, aber als ich den Ablauf näher erklärte, offerierte sich mir die Möglichkeit, dort als erster Student anzufangen.“

    Vor allem die direkte Anwendung der Studieninhalte im Zuge der betrieblichen Ausbildung fanden bei dem passionierten Sportler positiven Zuspruch. „Mir war es enorm wichtig, das Erlernte auch direkt anwenden zu können. Da ich in einem Gesundheitsstudio tätig war, gab es KundInnen mit den unterschiedlichsten Krankheitsbeschwerden und diese wollten dementsprechend eine qualifizierte Betreuung. In diesem Kontext zu wissen, wie die Gelenke und die Muskeln funktionieren oder warum, welche Muskeln, bei welchen Beschwerden trainiert werden sollten, war immens wichtig.“ Ebenfalls von Wichtigkeit bei der Betreuung der KundInnen waren die Studienbriefe, die der Oldenburger täglich zur Hand hatte. „Beispielsweise den Studienbrief zur Anatomie hatte ich immer im Studio dabei, um auch mal etwas nachzuschlagen, wenn ich es auf Anhieb nicht wusste.“

    Mit fortschreitender Studiendauer übernahm der angehende Fitnessökonom auch ein immer breiteres Aufgabenfeld. „Ich durfte beispielsweise in der anliegenden Physiotherapie Rehabilitationstrainings mit Rückenpatienten begleiten. Zusätzlich war ich im Direktvertrieb tätig, führte Probetrainings durch, wies die KundInnen in die Geräte ein, schrieb Trainingspläne und dokumentierte die Trainingserfolge. Mit der Zeit konnte ich dann auch selbst neue Mitarbeitende, wie WerkstudentInnen oder Auszubildende einarbeiten und so meine Expertise weitergeben.“

    Durch das modular aufgebaute Bachelor-Studium der DHfPG konnte Hendrik Schnieders den Workload aus Fernstudium, Präsenzphasen und betrieblicher Ausbildung reibungslos bewerkstelligen. „Das Wichtigste für mich war es, dass man nicht so viele Klausuren auf einmal schreiben musste. Ich bin jemand, der sich längere Zeit mit einer Thematik auseinandersetzen muss – das hilft mir einfach, Sachen länger zu behalten. Auch das System mit den Einsendeaufgaben hat mir sehr gut gefallen. Dadurch hat man sich mit einer Thematik intensiv beschäftigt und hatte dann auch ausreichend Zeit, sich mit der Prüfungsleistung auseinanderzusetzen.“

    Durch die Bachelor-Thesis in die Selbstständigkeit

    Gegen Ende des Studiums steht mit der Bachelor-Thesis die letzte Prüfungsleistung an, so auch für Hendrik Schnieders. „Ich hatte den Wunsch, mir nebenberuflich noch eine Einnahmequelle aufzubauen. Aus der Idee entstand dann auch das Thema meiner Bachelor-Thesis, in der ich einen Business-Plan für ein Personal-Training-Studio in meiner Heimatstadt entwickelte. Dort habe ich geprüft, welchen Standort ich auswählen müsste und ob sich überhaupt eine Zielgruppe findet, die das Angebot nutzen würde.“

    Aus der Idee entwickelte sich ein Konzept, dass der Oldenburger schließlich in die Tat umsetzte und sich dadurch als Personal Trainer nebenberuflich selbstständig machte. „Durch meine Tätigkeit als selbstständiger Personal Trainer musste ich mich auch intensiver mit Marketing-Inhalten auseinandersetzen. So habe ich meine eigene Webseite gebaut und versucht auf mich aufmerksam zu machen. Das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich mich entschloss, auch hauptberuflich im Marketing aktiv zu werden.“

    Schritt ins Online-Marketing

    Also begab sich der Fitnessökonom auf die Suche nach einer neuen Festanstellung im Marketing und hatte Glück. „Ich habe zahlreiche Bewerbungen geschrieben und wurde schließlich auch zu einem Bewerbungsgespräch bei der Axel Springer Teaser Ad GmbH eingeladen.“

    Hendrik Schnieders konnte die Verantwortlichen überzeugen und wechselte von der Trainingsfläche ins Marketing. „Bei meinem ersten Arbeitgeber handelte es sich um eine Demand-Side-Plattform, auf der Unternehmen Werbeanzeigen auf verschiedenen Webseiten einbuchen und so ihre eigenen Grafiken einbinden konnten. Meine Aufgabe bestand darin zu schauen, dass die Unternehmen ihre Werbung auf den richtigen Webseiten schalten. Dafür habe ich sehr viele Kennzahlen analysiert und ausgewertet, was mich bis heute sehr geprägt hat.“ Nach knapp anderthalb Jahren ergab sich für Hendrik Schnieders eine neue berufliche Herausforderung, für die er von Hamburg nach Berlin zog. „Ich bin zu einem Start-up namens charly.education gewechselt, bei dem es sich um eine Lernplattform für Studierende handelt. Hier war ich Verantwortlicher für das Performance Marketing und kümmerte mich um Suchmaschinenwerbung, schaltete Social Ads auf Instagram und Facebook und setzte mich mit Themen wie Tracking und Reporting auseinander.“

    Eine Zeit, die der gebürtige Oldenburger nicht mehr missen möchte. „Es war eine sehr coole Zeit! In einem Start-up muss man zu Beginn an viel Verantwortung übernehmen und man kann durch Learning by Doing viele und wichtige Erfahrungen sammeln. Wenn man ein Problem findet, muss man es auch mehr oder weniger selbst lösen. Das hat mich persönlich sehr geprägt.“

    Beratende Tätigkeit bei der REWE Group

    Nach anderthalb Jahren führten private Umstände zu einem erneuten Wohnort- und Arbeitgeberwechsel. So zog es den Fitnessökonomen nach Köln zur Unternehmensberatung Kreutz & Partner. „Ich erinnerte mich an meine Zeit im Studio und wie ich dort den KundInnen beim Erreichen ihrer Ziele helfen konnte. Zu sehen, dass man die Fortschritte aktiv beeinflussen konnte, hat mich damals schon begeistert. Daher konnte ich es mir auch gut vorstellen in der Unternehmensberatung tätig zu werden und entschied mich für den nächsten Karriereschritt.“

    Bei der Kreutz & Partner GmbH konnte der 27-Jährige auf die Expertise seiner vorherigen Stationen zurückgreifen und beriet als Online-Marketing-Consult u. a. die REWE Group. „Vereinfacht gesagt, wurde ich an die REWE Group ausgeliehen und habe dort die festangestellten Mitarbeitenden im Bereich Suchmaschinenwerbung unterstützt. Zu Beginn sollte ich dort eigentlich nur sechs Monate aushelfen, doch daraus wurden anderthalb Jahre. Für mich war das eine Bestätigung meiner Fähigkeiten und hat mein Selbstvertrauen gestärkt.“ In dieser Zeit konnte er auch auf das Erlernte aus seinem Studium zurückgreifen. „Hier kam mir die Hands-On-Mentalität extrem zugute, die ich bereits im Studium anwenden konnte.“

    Als Online-Marketing-Manager zu Borussia Dortmund

    Im Anschluss an die berufliche Station in Köln sollte für den DHfPG-Absolventen eine echte Herzensangelegenheit folgen. „Ich habe immer wieder mal auf der Job-Seite des BVB nach passenden Stellenanzeigen geschaut und als ich 2021 auf eine Stelle aufmerksam wurde, die meinen Kompetenzen entsprach, entschied ich mich, einen Versuch zu wagen.“

    Seit seinem vierten Lebensjahr ist der Oldenburger bekennender Fan und umso größer war die Freude, als ihn die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch erreichte. „Erst wurde ich für ein Telefoninterview eingeladen, danach gab es ein persönliches Gespräch mit der Personalabteilung, meinem jetzigen Chef und einer Kollegin aus dem Bereich, in dem ich heute tätig bin. Im Anschluss erfolgte – coronabedingt – noch ein Video-Call und dann fiel die Entscheidung“ - eine Entscheidung zugunsten des Fitnessökonomen. „Man ist schon sehr überrascht, wenn Borussia Dortmund anruft und sagt, dass man mich für die Stelle vorsieht. Das kann man dann auch im ersten Moment nicht richtig realisieren.“

    „Mein Arbeitsalltag sieht nie gleich aus“

    Seit Juni 2021 bekleidet er nun die Stelle als Online-Marketing-Manager bei Borussia Dortmund. „Generell beschäftige ich mich gemeinsam mit Kollegen mit der Professionalisierung des Online-Marketings. Ziel ist es, den Fan in den Mittelpunkt all unserer Handlungen zu stellen. Dafür müssen Prozesse und Abläufe auf Grundlage von datenbasierten Entscheidungen optimiert werden. Meine Aufgabe ist es, die Kennzahlen zu sichten, zu analysieren und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen auszusprechen, sowie diese teilweise auch selbst umzusetzen. So betrachte ich beispielsweise die Kennzahlen unserer Online-Marketing-Maßnahmen oder auch die Daten unserer Websites oder Apps.“

    Dafür steht er auch im engen Austausch mit verschiedenen Abteilungen. „Um die richtigen Maßnahmen zu entwickeln, ist das Thema Tracking essenziell. Auch dabei steht der Fan für uns im Mittelpunkt, sodass ich gemeinsam mit der IT penibel auf das Thema Datenschutz achte.“ Neben strategischen und Projektmanagement-Aufgaben ist der Fitnessökonom auch im operativen Geschäft aktiv. „Wir betreiben einen Online-Shop mit Merchandising, den wir für relevante Zielgruppen noch sichtbarer machen wollen. Der Kunde soll die Produkte, die er sucht, bestmöglich finden. Genau dafür sorge ich beispielsweise mit dem Schalten der Anzeigen auf Google.“

    Für den 27-Jährigen ist seine aktuelle Tätigkeit eine Herzensangelegenheit. „Mir ist es extrem wichtig, dass ich Produkte vermarkte, hinter denen ich auch stehe. Dass ich dies für meinen Lieblingsverein ausüben darf, ist natürlich eine wahnsinnige Freude. Ich stelle mir vor, dass ich in meiner jetzigen Tätigkeit Kindern und generell Fans dem Traum vom eigenen schwarzgelben BVB-Trikot ein wenig näherbringen kann.“

    Worauf kommt es an, wenn man zu seinem Traumarbeitgeber möchte?

    „Man sollte Sachen ausprobieren und immer wieder bei den Traumarbeitgebern nach offenen Stellen schauen. Auch wenn man mal eine Absage erhält, sollte man sich nicht unterkriegen lassen – dann soll es einfach nicht das Richtige gewesen sein. Wenn man eine klare Vorstellung hat, was man kann und wo man hinmöchte, bekommt man auch die Chance, sich zu beweisen.“ (Stadionwelt, 05.04.2022)

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    Author: Edward Cook

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    Name: Edward Cook

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